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ADAC Ganzjahresreifentest mit 16 Kleinwagen-Modellen

23.06.2026 11:49 Uhr | Lesezeit: 5 min
VW Golf beim Reifenwechsel
Im ADAC Ganzjahresreifentest 2026 wurden 16 Modelle für Kleinwagen untersucht
© Foto: ADAC / Marc Wittkowski

Ganzjahresreifen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit in Deutschland: Im vergangenen Jahr nahmen sie laut Zahlen des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV) erstmals den Spitzenplatz bei den Verkaufszahlen ein. Der ADAC begleitet diesen Trend mit dem dritten Ganzjahresreifentest in Folge.

München (ots) -  Im Fokus stand dieses Jahr die Dimension 185/65 R15, die speziell für Kleinwagen geeignet ist. Wie üblich müssen Ganzjahresreifen im Test ein breites Spektrum abdecken: Von Handling- und Bremsprüfungen auf trockener und nasser Fahrbahn bis hin zu Untersuchungen auf schneebedecktem Untergrund. In die Bewertung fließen auch die Laufleistung und weitere Umweltfaktoren (z.B. Lautstärke und Spritverbrauch) ein.

In den Ergebnissen zeigt sich ein klarer Trend: Manche Hersteller von Ganzjahresreifen schreiben dem Markt für Kleinwagen offenbar nur eine untergeordnete Bedeutung zu. Das zeigt sich einerseits an dem Fakt, dass Marken wie etwa Bridgestone und Michelin bereits neuere Ganzjahresreifenmodelle auf dem Markt haben, diese aber nicht in der kleineren Testdimension anbieten. Anderseits verdeutlichen dies auch die Testergebnisse: Nur ein Modell, der Continental AllSeasonContact 2, erreicht mit dem Gesamturteil 2,3 ein gutes Gesamtergebnis. Er bietet die Eigenschaften, die man sich von einem guten Ganzjahresreifen erhofft: Durchweg solide Fahr- und Bremsleistungen auf allen Untergründen sowie eine zufriedenstellende Umweltbilanz. Die gute Gesamtbewertung knapp verfehlt haben der Pirelli Cinturato All Season SF 3 und der Michelin CrossClimate 2 (beide Gesamturteil 2,6). Sie können nicht auf allen Untergründen eine gute Fahrleistung zeigen, sind aber in Summe dennoch empfehlenswerte Reifen.

Ganze acht Reifen aus dem Testfeld können dagegen nicht empfohlen werden. In einigen Fällen zeigt sich das bekannte Dilemma: Die Reifen wurden weitgehend für eine Fahraufgabe spezialisiert und haben bei anderen Bedingungen merkliche Probleme. Besonders verdeutlicht das der Dunlop All Season 2, der auf winterlicher Fahrbahn die beste Bewertung im gesamten Testfeld einfährt, dafür mit trockener Straße gar nicht gut zurechtkommt. Am Ende des Testfelds landen fünf Reifen, die mit einer mangelhaften Gesamtbewertung ein Sicherheitsrisiko darstellen. Dies betrifft die Modelle Norauto 4 Seasons 2 (Gesamturteil 4,9), Bridgestone Weather Control A005-Evo und Mastersteel All Weather 2 (beide 5,3), sowie Roadhog RGAS02 (5,4) und Tomason Allseason (5,5). Alle sind auf winterlicher Fahrbahn überfordert und zeigen zudem auch Schwächen in mindestens einer weiteren Disziplin. Bei dem Roadhog und Mastersteel handelt es sich um annähernd baugleiche Produkte, die sogar in der gleichen Fabrik hergestellt werden. Allerdings bedienten sich die Marken bei unterschiedlichen Zulieferern, was die geringfügigen Unterschiede in den Testergebnissen zur Folge hat.

Der ADAC Ganzjahresreifentest verdeutlicht abermals, dass sich Autofahrer bei der Reifenwahl nicht auf Markennamen, Preise oder Labelangaben verlassen sollten. Ganz besonders im Kleinwagenbereich muss Verbrauchern bewusst sein, dass manche Hersteller hier nicht die neuesten Produkte auf dem Markt anbieten. Im Sinne der Verbraucher fordert der ADAC, dass die neuesten Technologien flächendeckend angeboten werden, da auch die kleinen Reifendimensionen eine hohe Relevanz am Markt darstellen. Generell gilt die ADAC Empfehlung, dass Ganzjahresreifen besonders für Gelegenheitsfahrer geeignet sind. Wer häufig in extremen Bedingungen (z.B. Hitze, oder starker Winter) unterwegs ist oder generell viel fährt, sollte besser auf spezialisierte Modelle für Sommer und Winter setzen.

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