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ADAC: Führerscheinreform nicht zerreden

10.07.2026 10:08 Uhr | Lesezeit: 3 min
ADAC Gebäude mit Fahrschulauto
Der ADAC schließt sich der Kritik an den Reformplänen nicht an (Symbolbild)
© Foto: KI-generiert

Der ADAC hält die vorgelegten Reformvorschläge für eine Modernisierung der Fahrschulausbildung grundsätzlich für geeignet, ohne Abstriche bei der Verkehrssicherheit, der Digitalisierung, Entbürokratisierung und Bezahlbarkeit Fortschritte zu erzielen.

München (ots)Der Mobilitätsclub erinnert vor der Befassung des Bundesrates am heutigen Freitag daran, dass die Reform den Führerscheinerwerb flexibler, moderner und im Idealfall auch günstiger machen kann. Dass gerade beim Thema Bezahlbarkeit ein echter Schmerzpunkt liegt und der Zugang zum Führerschein dadurch erschwert ist, sei inzwischen hinlänglich bekannt und belegt, sagt ADAC Verkehrspräsident Peter König. Deshalb sei es wünschenswert, den Blick auf die Chancen zu richten und in die Umsetzung zu kommen. Dabei müsse die Verkehrssicherheit weiterhin oberste Priorität behalten und die Auswirkungen der Reform müssten eng begleitet werden, erklärt König.

Großes Potenzial sieht der ADAC in der Möglichkeit, bereits während der Ausbildung durch zusätzliche Übungsfahrten mit qualifizierten Begleitpersonen mehr Fahrpraxis zu erwerben. Dadurch lasse sich die Erfolgsquote der praktischen Prüfung verbessern und das Unfallrisiko von Fahranfängern nach Erhalt des Führerscheins reduzieren. Durchfallen sei ein wesentlicher Kostenfaktor. Wichtig seien allerdings klare Sicherheitsstandards: Geeignete Begleitpersonen, ein ausreichender Versicherungsschutz, eine Kennzeichnung der Fahrzeuge sowie eine enge Einbindung der Begleitpersonen in die Ausbildung.

Vor dem Hintergrund, dass die Zahl derer, die das Begleitete Fahren mit 17 nutzen (BF17), sinkt, hält der ADAC neue Rahmenbedingungen für das Begleitete Fahren für eine Chance. Mehr Begleitfahrten und damit mehr Fahrpraxis können die Verkehrssicherheit erhöhen. Positive Erfahrungen in Nachbarstaaten wie Österreich und der Schweiz bestätigten diesen Effekt.

Aus Sicht des ADAC ist auch die geplante Flexibilisierung des Theorieunterrichts positiv zu bewerten: Künftig soll der Erwerb theoretischen Wissens auch vollständig digital bzw. im Selbststudium möglich sein. Dadurch werde die Eigenverantwortung der Fahrschülerinnen und Fahrschüler gestärkt und mehr Freiraum bei der Gestaltung der Ausbildung geschaffen. Risiken für die Verkehrssicherheit bestehen nach Überzeugung des ADAC durch die Beibehaltung der theoretischen Fahrerlaubnisprüfung nicht. Der ADAC hält es für sinnvoll, wissenschaftlich zu evaluieren, welche Auswirkungen unterschiedliche Lernformen auf den Prüfungserfolg haben.

An die Länder und Fahrschulen appelliert der ADAC, die Reform nach Beschluss möglichst flächendeckend einzuführen: "Einen Flickenteppich darf es nicht geben: Stattdessen müssen junge Menschen bundesweit die gleichen Chancen haben, die Fahrausbildung zu bezahlbaren Preisen und mit hoher Qualität zu absolvieren", sagt ADAC Verkehrspräsident Peter König.


Kommentar der Redaktion: Wie es scheint, will der ADAC den Theorieunterricht wohl selbst anbieten und ist deshalb wenig neutral...

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